Den Stress sehen

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Nach dem Urlaub geht es in Arbeit und Altag ungebremst weiter. Das kann Körper und Geist überbeanspruchen. Manchmal geben uns unsere Augen mit eindeutigen Symptomen ein Zeichen, dass der Stress zu viel wird.

Für viele ist der September der Start in eine neue Arbeitssaison nach dem Sommer. Die Kinder sind wieder in Schule und Kindergarten, Kunden wieder da, die Büros sind wieder voll unter Druck. Die Arbeit ist wieder oft so intensiv wie vor dem Urlaub.

Gibt es für viele Situationen bereits gute Tips, um sich auch den Arbeitsstress nicht zu Kopf steigen zu lassen, trifft er uns trotzdem manchmal unerwartet mit unterschiedlichsten Folgen. Bei manchen Menschen schlägt Stress auf den Magen, oder das Gemüt, bei anderen ist aber auch eine Sehstörung die Folge.

Wenn die Sehkraft beeinflusst wird
Stressige Phasen erlebt jeder einmal, nehmen diese jedoch überhand, dann kann das oft sehr plötzlich gesundheitliche Folgen haben. Im Bereich des Sehfeldes können das Gesichtsfeldausfälle, schlechteres Farbsehen oder vorübergehende Probleme beim Lesen sein. Auch Lidkrämpfe, trockene und juckende Augen oder zwanghaftes Blinzeln sind Symptome, die auf ein zu hohes Stresslevel hindeuten können.

Retinopathia centralis (RCS) – die „Managerkrankheit“
Diese psychosomatischen Sehbeschwerden treten sehr häufig in Berufen mit langen Arbeitszeiten und hoher Verantwortung auf, wodurch das Phänomen auch den Beinamen „Managerkrankheit“ bekommen hat. Bei einem Großteil der Betroffenen handelt es sich um jüngere Männer unter 50 Jahren (was unter Umständen auch mit der ungleichen Verteilung von Frauen und Männern im höheren Management in Zusammenhang steht). Frauen sind statistisch etwas seltener davon betroffen oder diagnostiziert.

Symptome ernst nehmen
Wohl ist die Erkrankung noch unbekannt, sollte aber unbedingt ernst genommen werden, da die Symptome von einer anfangenden Ablösung der Netzhaut stammen können. Oft ist bei den Patienten eine erhöhte Konzentration von Cortisol im Blut zu finden. Das Stresshormon lässt die Blutgefäße in der Aderhaut brüchig werden und Wasser kann in die Netzhaut gelangen. Dadurch werden die ersten Beschwerden ausgelöst.

Was tun?
In jedem Fall sollten jegliche Symptome einer beeinträchtigten Sehkraft sofort von einem Augenspezialisten untersucht werden. Sind die Ursachen abgeklärt und bewußt gemacht, kommt es in vielen Fällen innerhalb von drei bis sechs Monaten zu einer Selbstregeneration. Begleitend müssen Stress auslösende Faktoren reduziert werden und speziell den Augen viel Zeit zur Erholung gegönnt werden. Ein gesunder Lebenswandel und eine ausgewogene Ernährung stehen zusätzlich für eine dauerhafte Heilung um chronischen Rückfällen vorzubeugen.