Die Lederhaut (Sclera)

Unscheinbarer Held

Sehen wir in die Augen unserer Mitmenschen fällt als erstes deren Augenfarbe auf, weil sie bei allen Menschen etwas unterschiedlich ist. Was wir jedoch alle gemein haben, ist die zwar sehr unauffällige, aber unverkennbare Lederhaut. Was macht sie trotzdem so besonders und unverzichtbar?

Was?

Es handelt sich bei der Lederhaut, auch weiße Augenhaut genannt, um eine Art Hülle unseres Auges, die dieses fast vollständig umgibt und es schütz. Sie reicht von der Eintrittsstelle des Sehnervs bis zur Hornhaut des Auges und wird zusätzlich von einer elastischen Membran, der Tenon-Kapsel, umschlossen.

Augengesundheit

Die Sclera selbst besteht aus einem kollagen-bindegewebigen und gefäßarmen Gewebe. Ein Blick auf die Sklera verrät dem Augenarzt viel über die allgemeine Augengesundheit seiner Patienten:

  • Ist sie z.B. gerötet, liegt häufig eine Art Entzündung vor, wie trockene Augen oder OES (Office Eye Syndrom).
  • Bläulicher Färbung weist meist auf eine abgelaufene Entzündung hin.
  • Eine gelbliche Färbung gibt Hinweis auf eine mögliche Lebererkrankung. Bei Säuglingen kommt öfter die sogenannte Gelbsucht vor.
  • Die eher seltene schwarze Färbung der Sclera weißt auf eine Alkaptonurie (vererbte krankhafte Veränderung des Tyrosinstoffwechsels) hin.

Kommunikationsmittel

Wichtig ist sie jedoch nicht nur als Schutz sondern auch für unsere Art, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Da die sichtbare Lederhaut beim Menschen – im Gegensatz zu unseren meisten verwandten Primatenarten – bis zu dreimal größer ist, spielt sie eine große Rolle in unserer non-verbalen Kommunikation. Sie lässt dadurch sehr leicht erkennen, in welche Richtung wir gerade blicken und verrät dadurch viel über unseren Gemütszustand. Haben wir Angst, weiten sich unsere Augen und zeigen mehr von der Lederhaut. Sind wir beruhigt und zufrieden, schließen wir die Augen etwas und lassen weniger Weiß zum Vorschein kommen.

So ist die Sclera ein zwar unscheinbarer aber wichtiger Teil unserer Mimik und unseres Ausdrucks und gibt unseren Mitmenschen zu verstehen, in welchem Zustand wir uns gerade befinden.