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Die Spaltlampe, von uns Augenärzten als Selbstverständlichkeit in der Praxis angenommen, ist sicher eines der wichtigsten Instrumente der Ophthalmologie und kann eigentlich gar nicht oft genug erwähnt werden!

Die Spaltlampe, von uns Augenärzten als Selbstverständlichkeit in der Praxis angenommen, ist sicher eines der wichtigsten Instrumente der Ophthalmologie und kann eigentlich gar nicht oft genug erwähnt werden!

Wenn Sie regelmäßig zum Augenarzt gehen, wurden Sie sicher auch schon einmal aufgefordert sich dahinter zu setzen. Die Spaltlampe, oder auch Spaltlampenmikroskop genannt, ist in der Augenheilkunde eines der wichtigsten Geräte mit denen die Augen stereoskopisch untersucht werden können. Bereits 1911 wurde sie durch den Nobelpreisträger Allvar Gullstrand (Forschung zur Dioptrik) in die Ophtalmologie eingeführt. Dank des großen Erfoges folgte rasch die industrielle Herstellung durch Carl Zeiss und Haag-Streit. Wichtigste Funktion ist die Möglichkeit, einen begrenzten spaltförmigen Lichtstrahl mit variabler Breite auf das Auge zu richten.

Die Abbildung ist vermutlich aus dem Jahr 1924, also ein sehr frühes Modell, zeigt aber bereits alle Raffinessen, die eine Spaltlampe damals besitzen konnte. Schwenkbare Arme (auch Henker-Arm genannt, allerdings nach Otto Henker ein früher Mitarbeiter bei Carl Zeiss benannt), Höhenverstellbarkeit, Lichtquelle war eine Kohlenbogenlampe, die ein wesentlich helleres Licht als andere Quellen erzeugen konnte und mittels einer Wasserkammer gekühlt werden musste. Hinter dem Blendrohr, das als Streulichtblende fungierte, saßen ebenfalls flexibel zwei Rekoss-Scheiben, die als Vorschaltfilter leicht ausgetauscht werden konnten.

Bereits 1930 war es Rudolf Thiel dann möglich einen Augenabschnitt zu fotografieren. Mitte des 20. Jahrhunderts gelang die Kopplung mit einer Laserlichtquelle und eröffnete so neue Möglichkeiten zu chirurgischen Maßnahmen. Die zusätzliche Möglichkeit verschiedener Belichtungsmethoden (diffus, direkt, fokal, indirekt, etc.) gewährleistet heute eine fast vollständige Untersuchung des vorderen, mittleren und hinteren Abschnitts des Auges bis weit hin zum Netzhautareal.

Heute haben viele Spaltlampen noch Zusatzausrüstungen wie z.B. Applanationstonometer zur Messung des Augeninnendrucks (besonders wichtig zur Früherkennung des Grünen Stars) oder auch digitale Kameras, um Befunde fotografisch oder filmisch dokumentieren zu können. Die mikroskopische Auflösung variiert zwischen 6- bis 30-facher Auflösung.

Die Spaltlampe ist Teil jeder Voruntersuchung und bietet uns die Möglichkeit bestmöglich Daten zu Ihrer Augengesundheit zu erheben die wiederum Basis für Diagnosen und Behandlung bilden.