Mit Tageslicht gegen Myopie

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Die Kurzsichtigkeit nimmt weltweit zu. Oft nimmt man an, kurzsichtige Eltern haben auch kurzsichtige Kinder, aber so einfach ist es dann doch nicht. Die äußeren Faktoren spielen hier eine große Rolle. Wie lange wir uns schon im Kindesalter im Freien aufgehalten haben, scheint einen großen Einfluss auf die Entwicklung unserer Augen zu haben.

Man hört es nur zu oft in den letzten Jahren, dass die übermäßige Bildschirm- und Handyzeit, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, ein deutliches Ansteigen der Kurzsichtigkeit hervorgebracht hat. Die eindeutigsten Datensätze liegen hier vor allem im Bereich des asiatischen Raums vor, allerdings lassen sich mittlerweile auch bei uns in Europa die Trends nicht mehr leugnen. In China beispielsweise ist mehr als die Hälfte aller Schulkinder bereits kurzsichtig, in Deutschland bereits ein Drittel der Gesamtbevölkerung.

Bei der Myopie, oder Kurzsichtigkeit, handelt es sich um eine Verformung des Augapfels in die Länge. Wird bei einem gesunden Auge das Licht auf der Netzhaut gebündelt, liegt bei der Kurzsichtigkeit die Bündelung vor der Netzhaut – man sieht unscharf. Schon eine Verlängerung um 1 mm bedeutet ca. 2,7 Dioptrie. Myopie entsteht meistens im Alter zwischen 8 und 15 Jahren und es gilt, je früher sie sich entwickelt, desto stärker ist sie am Ende. Auch ist zu bedenken, dass eine hohe Fehlsichtigkeit wiederum Gefahren von Folgeerkrankungen wie dem Grünen oder Grauen Star oder auch einer Netzhautablösungen birgt.

Sind vor allem die kurze Distanz zwischen Bildschirm und Auge sowie der starre Blick und das geringe Blinzeln ein Grund für Augenprobleme, beeinflussen uns natürlich auch die Lichtverhältnisse, einerseits des Bildschirms selber, anderseits unserer Umgebung. In einem unserer Blogbeiträge haben wir bereits über das Bildschirmlicht berichtet. Hier wollen wir nun vor allem das Umgebungslicht in Augenschein nehmen.

Die meisten Erwachsenen sind während ihrer Arbeitstätigkeit von einer Mischung aus natürlichem Licht und künstlichem Licht umgeben, weil sich die meisten Jobs heutzutage im Inneren eines Gebäudes befinden. Jedoch muss man bedenken, dass auch die meisten Kinder und Jugendlichen sich mit Schule und Kindergarten ebenfalls in Gebäuden befinden und das meist einen Großteil des Tages, vielleicht sogar den ganzen Tag.

Ein weiterer Grund des hohen Anstiegs an Myopie bei Kindern liegt auch daran, dass der Leistungsdruck stark steigt und das schon im Volksschulalter. Der geringe Abstand zu den Büchern und die erhöhte Lernzeit sind hier Hauptgrund. Es wird empfohlen, dass ein Mindestabstand von 30 cm gehalten wird, sowie mehrere Lernpausen spätestens alle 30 Minuten eingehalten werden.

Uneins ist sich die Forschung offenbar noch darüber, ob das Lesen auf Papier oder das Spielen am Computer die Augen mehr beansprucht. Fakt ist, dass auch hier wieder gilt: auf die Dauer kommt es an.

So wie uns der Blick in die Ferne einen gesunden Kontrast zu den kurzen Bildschirmdistanzen bildet, ist es wichtig unseren Augen natürliches Licht zu gönnen und das täglich. Mehrere Studien zeigen, dass es vor allem die Menge an Tageslicht ist, die darüber entscheidet ob sich eine Myopie entwickelt und manifestiert. Forscher gehen davon aus, dass bereits 40 Minuten täglicher Aufenthalt im Freien das Risiko um ein Viertel verringern. Es ist nämlich vor allem der Dopaminspiegel in der Netzhaut, der das Auge daran hindert in die Länge zu wachsen. Bei einem Aufenthalt im Freien von über zwei Stunden ist der Effekt am höchsten. Darum wird empfohlen: Möglichst viel im Freien aufhalten und mit den Kindern draußen spielen! Das ist gesund für die Augen und für den Körper.